Entschlossen und lautstark protestieren Jugendliche in Neunkirchen am Brand
Entschlossen und lautstark protestieren Jugendliche in Neunkirchen am Brand gegen die geplante Umgehungsstraße. Ein neuer Jugendverband fordert Gehör bei der Bürgerentscheidung. Bei ihrer Protestaktion im Ebersbachtal kamen Dutzende Befürworter der Aktion zusammen.
Die jungen Menschen sind wütend, fühlen sich nicht gehört und wollen die Sache nun selbst in die Hand nehmen. Mit einer Protestaktion im Ebersbachtal will die jüngere Bevölkerung ein deutliches Zeichen gegen die umstrittene Westumfahrung im Landkreis Forchheim setzen. „Niemand fragt uns, wie wir die Westumfahrung eigentlich finden, also mussten wir uns selbst zusammenschließen, um zu zeigen, dass Neunkirchens Jugend ein Problem damit hat“, erklärt Co-Initiatorin Anna Wiedenhöfer.
Unter dem Namen „Neunkirchener Jugend für die Zukunft“ hat sich ein fünfköpfiges Organisationsteam mit weiteren Jugendlichen zusammengeschlossen, damit auch der jüngeren Bevölkerung mehr Gehör verschafft wird. Zwar dürfen am 11. Januar 2026 alle über 18-Jährigen über das Projekt abstimmen, doch die Kinder und Jugendlichen, die im politischen Diskurs häufig als Argument für die Umgehung angeführt werden, bleiben selbst ohne Stimmrecht. „Die Kinder und Jugendlichen werden gerne hergezogen als Argument für das Projekt, dürfen aber nicht mitentscheiden“, kritisiert Lukas Meise.
Die Westumfahrung sieht vor, die Staatsstraße 2243 aus dem Ortszentrum herauszuverlegen, um den Verkehr im Ort zu reduzieren. Gegner des Projekts äußern jedoch Zweifel, ob dieses Ziel tatsächlich erreicht würde. Sie glauben nicht, dass der Verkehr weniger wird – im Gegenteil: Das Projekt könnte den Autoverkehr weiter ankurbeln und zu einer zusätzlichen Belastung führen. Zudem sehen sie einen erheblichen Eingriff in die Natur, insbesondere in das Ebersbachtal, das nicht nur ein wertvolles Biotop, sondern auch ein bedeutsamer Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche ist. „Für uns wird dadurch ein Teil der Kindheit in Neunkirchen kaputt gemacht“, so Wiedenhöfer.
Auch Lukas Meise betont die Bedeutung der Naturflächen für junge Menschen: „Das Naturgebiet ist für Kinder und Jugendliche ein wichtiger Aufenthaltsort, der zerstört werden würde.“ Kritisch sehen die Jugendlichen außerdem die zunehmende Belastung durch Autoverkehr und Abgase, die das Projekt aus ihrer Sicht eher verschärfen würde.
Dass die Bedenken der jungen Menschen begründet sind, zeigt auch der Ortsteil, an dem viele von ihnen aufgewachsen sind: Der beliebte Schlittenberg, im Winter ein Treffpunkt für Kinder, müsste für die Umgehung weichen. „Den Erinnerungen für uns wird dadurch auch ein Teil der Kindheit kaputt gemacht“, sagt Wiedenhöfer.
Trotz fehlenden Stimmrechts wollen die Jugendlichen laut sein. Ihre erste Protestaktion, inspiriert vom Internettrend „Pudding mit Gabel“, fand großen Anklang: Dutzende Gleichgesinnte und Zuhörer versammelten sich im Ebersbachtal. Bis zum Abstimmungstag plant die Gruppe weitere Aktionen, um gegen das Projekt zu werben und ihre Position öffentlich sichtbar zu machen.
Quelle: Fränkischer Tag, 28.10.2025
