Experten warnten: Versiegelte Flächen wirken wie Drainagen, entziehen der Landschaft Wasser und verstärken Hitze sowie Trockenheit – Entscheidungen, die das lokale Klima für Jahrzehnte prägen.

Neunkirchen Brand – Entlastet die geplante Westumgehung Neunkirchen, über die am 11. Januar 2026 per Bürgerentscheid abgestimmt wird, den Ort tatsächlich vom Verkehr? Oder bleiben Belastungen bestehen – mit Auswirkungen auf Nachbargemeinden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Neunkirchen-verbinden und dem BUND Naturschutz am 3. Januar 2026 in den Bürgerstuben. Über 50 Bürgerinnen und Bürger nahmen teil, darunter Bürgermeister Martin Walz und Gemeinderäte.

Klimawirkungen: Straßenbau als lokaler Klimatreiber

Auch die Klimawirkungen des Straßenbaus wurden thematisiert. Jörg Hacker, Regionalreferent des BUND Naturschutz für Oberfranken, betonte:

„Was heute entschieden wird, prägt das Klima hier vor Ort für Jahrzehnte.“

Straßenbau verstärke lokale Hitze und Trockenheit, da versiegelte Flächen Wasser schnell ableiten und natürliche Kühlung verhindern:

„Straßen wirken wie Drainagen. Sie entziehen der Landschaft Wasser – mit spürbaren Folgen für Boden, Vegetation und Mikroklima.“

Vor dem Hintergrund eines Temperaturanstiegs von +2,2 °C in Bayern seit 1951 warnte Hacker vor einem langfristigen „Lock-in-Effekt“

„Infrastrukturentscheidungen wirken jahrzehntelang – und zementieren den Vorrang des Autoverkehrs.“