Entlastet die Westumgehung den Ort wirklich – oder entstehen neue Belastungen in der Region? Beim Infoabend am 3. Januar 2026 standen Alternativen im Mittelpunkt: Verkehrsberuhigung, geringere Kosten und Lösungen ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.
Entlastet die geplante Westumgehung Neunkirchen, über die am 11. Januar 2026 per Bürgerentscheid abgestimmt wird, den Ort tatsächlich vom Verkehr? Oder bleiben Belastungen bestehen – mit Auswirkungen auf Nachbargemeinden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Neunkirchen-verbinden und dem BUND Naturschutz am 3. Januar 2026 in den Bürgerstuben. Über 50 Bürgerinnen und Bürger nahmen teil, darunter Bürgermeister Martin Walz und Gemeinderäte.
Deutliche Kritik am Straßenbau äußerte Gernot Hartwig, Sprecher des Arbeitskreises Mobilität und Verkehr des BUND Naturschutz in Bayern:
„Wir brauchen Mobilität, nicht mehr Straßen. Das Problem ist nicht ein Mangel an Straßen, sondern zu viel Verkehr.“
Er verwies auf Studien, die zeigen, dass Ortsumgehungen häufig nur kurzfristig entlasten und langfristig neuen Verkehr erzeugen. Deutschland verfüge bereits über knapp 900.000 Kilometer Straßen.

„Neue Straßen verstärken Flächenverbrauch, Klimawandel und Artensterben – genau die Probleme, die uns heute am meisten belasten.“
Hartwig führte eine Reihe von alternativen Möglichkeiten zur Reduzierung der Verkehrsauswirkungen auch in Neunkirchen an und meinte:
„Bei jeder Stadthalle wird inzwischen meist ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, um die beste Planung vor Ort zu erreichen! Bei der Planung der Ortsumgehung aber, welche viele Jahrzehnte unsere ganze Heimat verändert, belässt man es bei einem an der „Leichtigkeit des Verkehrs“ interessierten Amtes im fernen Bamberg.“

Dass es Alternativen zum Straßenneubau gibt, zeige unter anderem das Beispiel Unterrödel, wo durch Verkehrsberuhigung auf eine Ortsumgehung verzichtet wurde.

„Der Umbau im Ort dauerte 22 Monate – ohne Flächenverbrauch, ohne Klagen und mit deutlich geringeren Kosten in Höhe von etwa 6,5 Mio. Euro“,
so Gernot Hartwig.
Zum Vergleich: Das Straßenbauamt Bamberg rechnet mit etwa 33,4 Mio. Euro für die Westumfahrung – zum heutigen Stand.