Deutlich mehr als nötig: 780 Unterschriften gegen die Westumgehung in Neunkirchen am Brand.
Am 2. Oktober 2025 haben Klaus Bungeroth, Manfred Wittmann und Waldemar Goßmann im Namen der Bürgerinitiative die gesammelten Unterschriften für ein Bürgerbegehren zur geplanten Westumfahrung im Rathaus Neunkirchen am Brand übergeben. Insgesamt konnten 780 Unterschriften eingereicht werden – erforderlich wären rund 640 gewesen. Damit wurden deutlich mehr als die gesetzlich notwendigen zehn Prozent der Wahlberechtigten mobilisiert.
Besonders bemerkenswert: Dieses Ergebnis wurde in sehr kurzer Zeit erreicht.
Warum so viele Bürger unterschrieben haben
Im direkten Gespräch wurde immer wieder deutlich, dass viele Menschen dieselben Sorgen teilen. Drei Punkte haben dabei besonders überzeugt:
- Keine wesentliche Entlastung des Innerorts: Es verbleibt ein Großteil des Ver-kehrs weiterhin im Innerort und erfordert dort Verbesserungen.
- Zerstörung des Ebersbacher Tales: Mit dem Bau ginge wertvolle landwirt-schaftliche Fläche unwiederbringlich verloren. Der direkte Zugang zu Fuß und mit dem Rad wäre nur noch an 3 Stellen möglich. Der Naherholungswert wäre unwiderruflich zerstört.
- Mehr Lärm und keine Schutzmaßnahmen: Nach den aktuellen Planungen ist kein Lärmschutz vorgesehen, was zusätzliche Belastungen für große Teile des Ortes bedeuten würde.
Wie es jetzt weitergeht
Bürgermeister Martin Walz nahm die Unterschriftenlisten entgegen und erklärte, dass nun ein geordnetes Verfahren folgt. Zunächst prüft die Gemeindeverwaltung, ob alle Unterschriften gültig sind. In der nächsten Sitzung des Marktgemeinderates am 15. Oktober 2025 wird dann über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entschieden.
Wenn der Gemeinderat zustimmt, kommt es zu einem Bürgerentscheid, der innerhalb von drei bis spätestens sechs Monaten durchgeführt werden muss. Dann können alle Wahlberechtigten in Neunkirchen am Brand darüber abstimmen, ob die Westum-fahrung gebaut werden soll oder nicht.
Ein starkes Signal aus der Bürgerschaft
„Wir bedanken uns herzlich bei allen, die uns mit ihrer Unterschrift unterstützt haben“, erklärten Klaus Bungeroth, Manfred Wittmann und Waldemar Goßmann nach der Übergabe. „Das zeigt: Viele Bürger wollen, dass Natur, Landwirtschaft und Lebens-qualität in und um Neunkirchen erhalten bleiben.“
Die Initiative will auch in den kommenden Wochen weiter informieren und hofft auf breite Unterstützung im anstehenden Verfahren.

Bürgerinitiative „Neunkirchen verbinden, statt umfahren“